Bildergalerien Lanzarote (neu: 2010) Ballonfahrt-Eifel
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Unten heiß - oben weiß In den Schweizer
Urlaubsorten Saas Fee, Zermatt und rings um Interlaken gibt es eiskaltes
Wintervergnügen mitten im warmen Sommer.
Wer wollte
nicht schon gern mal im Juli oder August eine zünftige Schneeballschlacht
veranstalten? Oder die heißgelaufenen Wanderschuhe mit den Skiern vertauschen?
Morgens im warmen Bergsee vor einer atemberaubenden Gebirgskulisse schwimmen und
am Nachmittag mit Schlittenhunden durch eine weiße Winterlandschaft gleiten?
Und das alles ohne schweißtreibende Klettertouren, sondern ganz bequem und
komfortabel mit Zahnradbahn, Seilbahn oder sogar einer alpinen Metro! Zum
"TOP OF EUROPE", Europas höchster Bahnstation auf 3454 m, startet man
in Lauterbrunnen. Weltberühmt wurde der Ort durch den Dichter J. W. v. Goethe, der
bei seinem Besuch am 9. Oktober 1779 vom Anblick des 300 m frei fallenden
Staubbachs zu dem Gedicht "Gesang der Geister über den Wassern"
inspiriert wurde. Heute genießen Kenner das imposante Schauspiel auf einer
kleinen Aussichtsplattform direkt unter dem Wasserfall oder bei nächtlicher
Festbeleuchtung. Mit
Oberberner Gemütlichkeit setzt sich die Zahnradbahn in Bewegung. Steile
Serpentinen bieten immer neue Ausblicke auf das Tal, die sonnigen Matten und natürlich
die näher rückenden Wahrzeichen der Berner Alpen, die Gipfel von Mönch, Eiger
und Jungfrau. Da werden Fensterplätze knapp, und Videofilmer sollten
rechtzeitig an Ersatzakkus und neue Chips denken. Nach
40 Minuten erreicht der Zug die Umsteigestation "Kleine Scheideck".
Hier kann man die Bergriesen schon fast berühren, und die ersten Skifahrer
ziehen ihre Bahnen über weiße Pisten. Danach wird es duster: Die letzten 8
Kilometer kriecht die Bahn durch eine Tunnelröhre nach oben. Kurzer Stopp an
zwei Haltepunkten, an denen jeweils 5 Minuten Zeit bleibt für einen Blick und
ein Foto aus der berüchtigten Eigernordwand - durch riesige Panoramascheiben.
Klettert da draußen nicht Reinhold Messmer vorbei? Schade, schon geht`s weiter. Gar
nicht schade!!! Auf der neu erbauten Aussichtsplattform gut 100 Meter über dem
Jungfraujoch verzaubert strahlender Sonnenschein eine fantastische
Winterlandschaft. Vom SB-Restaurant aus genießt man den Blick auf das
Jungfraumassiv und den Aletschgletscher, mit 23 km das längste "Eis am Stück"
in den Alpen. Und dann zieht es den Gast hinaus in den Schnee, zu den Rodlern
und Skifahrern, zu den Gletscherspalten und zu den Huskys, mit denen die Kinder
ein paar Runden auf dem Hundeschlitten drehen, und als Höhepunkt eine zünftige,
keineswegs beschwerliche Sommer-Winterwanderung zur Mönchsjochhütte. Tief unten im
Tal erkennt man die grünen Dörfer, in denen der Sommer regiert.
Ein
Ausflug aus hochsommerlichen Almenwiesen in eine traumhaft schöne
Wintermärchenwelt ist besonders einfach, schnell und relativ preiswert in Saas Fee. Dieses
Bergdorf der Superlative, mit urigen Holzhütten auf grauen Mäusesteinen und
mondänen Luxusherbergen für den internationalen Jet-Set, Magnet für alpine
Trendsportler und ambitioniertes Kulturzentrum mit abendlichen Darbietungen
weltberühmter Künstler, lockt seine Besucher mit dem höchsten Drehrestaurant
der Welt auf 3500 Meter Höhe. Wie ein überdimensioniertes Raumschiff thront
die Riesenkuppel mit ihren Aussichtsfenstern hoch über dem Feegletscher im
ewigen Eis, vor dem Panorama der Viertausender Allalin, Alphubel, Dom und Täschhorn.
Man sollte der Versuchung nachgeben, an einer Sonnenaufgangsfahrt (einmal wöchentlich,
meist donnerstags) teilzunehmen. Um 5 Uhr morgens treffen sich Frühaufsteher an
der Seilbahnstation "Felskinn", und eine gute halbe Stunde später,
nach einer Fahrt mit der "Metro Alpin" auf den Mittelallalin, genießen
sie das urige Bergsteigerfrühstück hoch über dem Talnebel und noch viel mehr
das prachtvolle Naturschauspiel. Plötzlich färbt sich der Himmel rosa, die
Bergspitzen bekommen einen rötlichen Schimmer, und dann tauchen mit der
aufgehenden Sonne Schneefelder und Gletscher, Berge und Wolken in ein geradezu
unwirkliches Glutrot. Ein
schmaler Pfad durch tiefen Schnee führt den „Winterwanderer“ zum
Bergsteigerdenkmal: Die grandiose winterliche Gebirgslandschaft, die Stille und
Einsamkeit sind überwältigend. Bevor am Mittag Tausende von Wintersportlern
die Pisten bevölkern, hat die höchste U-Bahn Europas ihre Gäste wieder zurückgebracht
in den heißen Walliser Sommer.
Hier,
in unmittelbarer Nachbarschaft mit den höchsten Walliser Viertausendern, ist
das Breithorn mit seiner gigantischen Schneekappe zum Greifen nahe, dahinter
lockt die Monte-Rosa-Gruppe, eine vergletscherte Zauberlandschaft. Auf der
anderen Seite fasziniert die bizarre Spitze des Matterhorns, aber der Blick geht
weiter bis hin zum höchsten Berg Europas, dem Mont Blanc. Gepflegte Skipisten führen
von hier oben hinüber nach Italien, aber Schneewanderer sollten besser
angeseilt in einer Gruppe als ganz alleine losgehen. Weit wird der Normaltourist
sowieso nicht laufen, dann treiben ihn die eisige Luft und der kalte Wind wieder
zurück in die warmen Täler. Beim Abschweben gleitet noch einmal der Blick über
die weiße Winterwelt und die schneegekrönten Häupter der Walliser Bergriesen
und hinunter zu den sonnigen Almen... Eine Version dieses Textes erschien im Juni 2005 in der Rhein Zeitung (Koblenz) |
Berichte Camargue-Land zwischen Seen und Meer Bergkobolde und Schneegespenster am Lötschberg Aletschgletscher:Die Schönheit zerfließt
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